Bava Batra 261

Kapitel 261

א מגמר נמי לא תגמרו מיניה דאין לדיין אלא מה שעיניו רואות
1 aber auch nicht daraus lernen, denn der Richter kenne nur das, was seine Augen sehen.
ב בעי רבא בבריא היאך כי קא"ר יוחנן בן ברוקה בשכ"מ דבר אורותי הוא אבל בבריא לא או דלמא אפילו בבריא נמי
2 Raba fragte: Wie verhält es sich bei einem Gesunden: sagt es R. Joḥanan b. Beroqa nur von einem Sterbenskranken, der vererbungsfähig ist, nicht aber von einem Gesunden, oder sagt er es auch von einem Gesunden?
ג אמר ליה רב משרשיא לרבא תא שמע דאמר לו רבי נתן לרבי שניתם משנתכם כר' יוחנן בן ברוקה דתנן לא כתב לה בנין דיכרין דיהוין ליך מינאי אינון ירתון כסף כתובתיך יותר על חולקיהון דעם אחוהון חייב שתנאי ב"ד הוא
3 R. Mešaršeja erwiderte Raba: Komm und höre: R. Nathan sprach zu Rabbi: Ihr habt eure Mišna nach R. Joḥanan b. Beroqa gelehrt. Wir haben nämlich gelernt: Hat er ihr nicht geschrieben: die männlichen Kinder, die du von mir haben wirst, sollen außer dem Anteile, den sie mit ihren Brüdern erhalten, den Betrag deiner Morgengäbe erben, so ist er dennoch dazu verpflichtet, denn dies ist eine Bestimmung des Gerichtes.
ד ואמר לו רבי יסבון תנן
4 Rabbi erwiderte ihm: Wir lehren: sollen erhalten.
ה ואמר רבי ילדות היתה בי והעזתי פני בנתן הבבלי אלא דקיימא לן בנין דכרין לא טרפא ממשעבדי אי סלקא דעתך יסבון תנן אמאי לא טרפא ממשעבדי אלא ש"מ ירתון תנן
5 Später sagte Rabbi: Es war Jugendlichkeit von mir, daß ich mich gegen Nathan den Babylonier erkühnte; es ist uns bekannt, daß die männlichen Kinder sie nicht von verkauften Gütern einfordern können, und wieso können sie dies nicht, wenn man sagen wollte, es heiße: sollen erhalten!? Vielmehr muß es heißen: sollen erben.
ו מאן שמעת ליה דאית ליה האי סברא ר' יוחנן בן ברוקה ושמע מינה אפי' בבריא
6 Dies ist die Ansicht des R. Joḥanan b. Beroqa, somit ist hieraus zu entnehmen, daß dies auch von einem Gesunden gilt.
ז אמר ליה רב פפא לאביי בין למאן דאמר יסבון ובין למאן דאמר ירתון הא אין אדם מקנה דבר שלא בא לעולם
7 R. Papa sprach zu Abajje: Ob nach demjenigen, der ‘erhalten’ liest, oder nach demjenigen, der ‘erben’ liest, man kann ja nicht das zueignen, was noch nicht auf die Welt gekommen ist!?
ח ואפי' לר' מאיר דאמר אדם מקנה דבר שלא בא לעולם הני מילי לדבר שישנו בעולם אבל לדבר שאינו בעולם לא
8 Und selbst nach R. Meír, welcher sagt, man könne auch das zueignen, was noch nicht auf die Welt gekommen ist, gilt dies nur von dem Falle, wenn er auf der Welt vorhanden ist, nicht aber, wenn er nicht auf der Welt vorhanden ist.
ט אלא תנאי בית דין שאני הכא נמי תנאי בית דין שאני
9 Du mußt also erklären, bei einer gerichtlichen Bestimmung sei es anders, ebenso ist es auch hierbei eine gerichtliche Bestimmung.
י א"ל משום דקא מפיק לה בלשון ירתון
10 Dieser erwiderte: Weil er den Ausdruck ‘erben’ gebraucht.
יא הדר אמר אביי לאו מילתא היא דאמרי דתנן לא כתב לה בנן נוקבן דיהויין ליכי מינאי יהויין יתבן בביתי ויתזנן מנכסאי עד דתילקחן לגוברין חייב שהוא תנאי ב"ד
11 Später sagte Abajje: Das, was ich gesagt habe, ist nichts, denn wir haben gelernt: Hat er ihr nicht geschrieben: die weiblichen Kinder, die du von mir haben wirst, sollen bis zu ihrer Verheiratung in meinem Hause weilen und von meinem Vermögen unterhalten werden, so ist er dennoch dazu verpflichtet, denn dies ist eine Bestimmung des Gerichtes.
יב והוה לזה במתנה ולזה בירושה וכל לזה בירושה ולזה במתנה אפי' רבנן מודו
12 Er gab also dem einen ein Geschenk und dem anderen eine Erbschaft, und wenn dem einen eine Erbschaft und dem anderen ein Geschenk, pflichten auch die Rabbanan bei.
יג אמר ליה רב נחומי ואית דאמר רב חנניה בר מניומי לאביי
13 R. Niḥumi, manche sagen, R. Ḥananja b. Minjomi, sprach zu Abajje: